Grundsätzlich benötigt seit dem 1. Juli 2008 jeder, der seine Immobilie verkaufen oder vermieten will, einen sogenannten Energiepass. Ein Energieausweis ist ebenfalls Pflicht bei Verpachtung und bei umfassender Modernisierung. Potentielle Käufer, Pächter, Mieter und modernisierungswillige Eigentümer einer Immobilie sollen sich auf dieser Basis ein grobes Bild von den zu erwartenden Kosten z.B. für Heizung und Warmwasser machen können. Der Energiepass ist 10 Jahre gültig und wird zum Beispiel auch durch uns Architekten ausgestellt.Der Enrgieausweis, wie der Energiepass laut Energieeinsparverordnung offiziell heißt, basiert auf der EU-Gebäude-Richtlinie, die die Einführung des Energiepasses für alle Mitgliedsländer vorschreibt. Mit dem aus dieser Verordnung resultierenden Energiepass wird der Jahresenergiebedarf eines Hauses berechnet und ausgewiesen und ist dafür gedacht, einen überschlägigen Vergleich von Gebäuden zu ermöglichen.
Die Thermografie ist ein optisches, also bildgebendes Verfahren Allerdings benennt der Energiepass nicht die tatsächlich existierenden Schwachstellen und Energie-Lecks eines Gebäudes, also sozusagen dessen Energie-Hunger.
An dieser Stelle kommt die Thermografie ins Spiel. Die Thermografie ist ein optisches, also bildgebendes Verfahren, mit dem sich die unterschiedlichen Oberflächen-Temperaturen in unserer Umwelt sichtbar machen lassen. Zum Einsatz kommt dabei eine Wärmebild- bzw. Thermografiekamera. Die Thermografiekamera mißt die für uns unsichtbare Wärmestrahlung von Objekten. Zur Visualisierung der Messergebnisse wird jedem Temperaturbereich eine unterschiedliche Farbe zugeordnet. Dadurch entsteht ein Bild, dass die Temperaturverteilung der Umgebung sichtbar macht und Rückschlüsse auf Gebäude-Schwachstellen erlaubt. Konkret heißt das, dass Energie-Lecks, über die Wärme an die Umgebung abgegeben wird, aber auch Baumängel, wo Schäden durch eindringende Feuchtigkeit und somit die Gefahr eines Schimmelpilzbefalls bestehen, entdeckt und im Zuge einer Sanierung behoben werden können. Die Thermografie hilft damit, Energie-Schwachstellen zu lokalisieren. Auf dieser Grundlage lassen sich durch entsprechende Maßnahmen Energieeinsparungen erzielen, die langfristig das Portemonnaie entlasten. Auch Schäden durch Feuchtigkeit lassen sich erkennen und einer Sanierung zuführen, was der langfristigen Werterhaltung der Immobilie dient.
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Wenn ein Leitungsschaden auftritt, so verrät sich dieser z.B. schnell durch einen plötzlichen oder immer wieder eintretenden Druckabfall an der Heizungsanlage. Guter Rat kann dann schnell teuer werden, insbesondere wenn der genaue Verlauf des Leitungsnetzes aufgrund von Umbaumaßnahmen schlichtweg unbekannt ist und keine exakten Pläne existieren. In diesen Fällen kann das Auffinden von Leckagen zu einer langwierigen und kostspieligen Suche werden.
Eine weitere unerwünschte und mit Folgeschäden verbundene Situation entsteht, wenn über längere Zeit aus Lecks austretendes Wasser die Bausubstanz schädigt. Undichte Stellen können hierbei die Bausubstanz erwärmen und aufweichen. Die Wand durchnässt und es können Wasserschäden bis hin zum Schimmelbefall entstehen.Das Auffinden von Leckagen ist für den Einsatz der Thermografie prädestiniert. Denn auch hier kann die Thermografiekamera sichtbar machen, wo genau sich die Leckage im Leitungssystem befindet. Und dies ist mit Sicherheit kostengünstiger als das Aufstemmen von Wänden mit den damit verbundenen Folgeschäden und Renovierungskosten.
Das Problem betrifft insbesondere Holzbalkenlagen, Decken und Leitungsschächte. Eine eingeschlossene Feuchtigkeit kann dann zu Schimmelbildung führen und letztlich die Bausubstanz substanziell schädigen.Wegen der „besseren“ Temperaturleitung sind Bauteile, beispielsweise Wände, im Sommer wärmer und im Winter kühler als die Luft in den angrenzenden Hohlräumen. Hier kann die Thermografiekamera bei der Erkennung dieser Hohlräume eine wertvolle Hilfe liefern.
Hinzu kommt bei älteren Gebäuden die unzureichende oder nicht vorhandene Dämmung. Noch im Jahr der Ölkrise 1973 waren speziell isolierte Dächer und Wände nahezu unbekannt. Ganz im Gegenteil: die Wände wurden eher noch dünner, auf Dämmmaterialien für das Dach wurde aus Kostengründen oft ganz verzichtet.Schließlich ist auch der Energieverlust über die oberste bewohnte Geschossdecke in Betracht zu ziehen: warme Luft steigt auf und im Fall einer nicht gedämmten Decke entweicht die Wärme in den zumeist kalten Dachboden.
Der Energieverlust über Dachgeschossdecke, Dach und auch über eventuell eingebaute Dachfenster lässt sich mit Hilfe der Thermografie gut sichtbar machen. Auch eventuell aufgetretende Lecks, die ein Eindringen von Feuchtigkeit sowie ein Austreten von Wärme zur Folge haben, lassen sich per Wärmebildkamera schnell auffinden.
Neben den dünnen Wänden stellen undichte Fenster sowie ältere Fenster ohne Mehrfachverglasung eine weitere Schwachstelle in der Energiebilanz dar. Isolierverglasungen auf dem derzeitigen Stand der Technik können die Energieverluste über die Fenster um bis zu 40% senken.
Wo der größte Handlungsbedarf besteht, lässt sich über ein Thermogramm, also ein Wärmebild der Außenfassade, herausfinden. Auf dieser Grundlage lässt sich eine begründete Entscheidung treffen, welchen Renovierungsmaßnahmen die höchste Priorität zukommt.
Feuchtigkeit durch äußere Einflüsse und von innen kommende Feuchtigkeit.Bei der von außen kommenden Feuchtigkeit können beschädigte Dachziegel, verstopfte oder leckende Regenrinnen und Abwasserrohre, undichte Schornsteine und Dachfenster oder Risse im Putz die Ursache sein. Aber auch plötzlich eintretende Ereignisse wie Rohrbrüche, Starkregen (in Verbindung mit mangelnder Drainage) können im buchstäblichen Sinne das Faß zum Überlauf bringen.
Bei der Feuchtigkeit durch im Haus liegende Ursachen spielt fast immer Kondensation die Hauptrolle: schon das Atmen generiert Luftfeuchtigkeit, stärker noch ist dies der Fall bei Tätigkeiten wie Waschen, Kochen oder Duschen. Vor allem beim Trocknen von Wäsche in der Wohnung in Verbindung mit mangelnder Belüftung entsteht Feuchtigkeit, die dann an kalten Stellen kondensiert. Schon innerhalb weniger Wochen kann sich an den betroffenen
Stellen Schimmel bilden, der sich regelrecht in die Wand hineinfrisst und im fortgeschrittenen Stadium aufwändige Sanierungsmaßnahmen erfordert.
Die Wärmebildkamera kann weiterhelfen zum Beispiel beim Auffinden von Lecks in Leitungen und Rohren oder von feuchten Wänden auch hinter Tapeten oder Kacheln, wo mit bloßem Auge nichts zu sehen wäre. Schnell lässt sich auch klären, ob die Feuchtigkeit von eindringendem Regenwasser oder durch Kondensation entsteht. Auch die Sanierung kann durch das Thermogramm unterstützt werden, indem trockene, also nicht sanierungsbedürftige und feuchte Gebäudeteile genau vermessen werden.
kann geplante Sanierungs- vorhaben konkret unterstützen.Ergebnis wird in einem anschaulichen Wärmebild bzw. Thermogramm visualisiert, das die Schwachstellen eines Gebäudes in nachvollziehbarer Weise darstellt und so dem Hausbesitzer ein Gefühl für den aktuellen energetischen Zustand des Hauses sowie für die Auswirkungen der sich aus der Analyse ergebenden Maßnahmen zur energetischen Sanierung gibt. Einzelmaßnahmen wie zum Beispiel die Isolierung einer Außenfassade oder der Einbau von Isolierverglasungen können dadurch in ihrer Wirksamkeit konkret eingeschätzt werden.
Die Thermografie liefert dabei nicht nur eine Analyse des energetischen Ist-Zustandes eines Gebäudes, sondern sie kann geplante Sanierungsvorhaben konkret unterstützen. Zum Beispiel können sanierungsbedürftige und nicht sanierungsbedürftige Gebäudeteile abgegrenzt werden, wodurch erhebliche
Kosten im Vergleich zu einer Komplettsanierung eines Gebäudes eingespart werden können. In einigen Fällen wird die Energiebilanz eines Gebäudes nur durch einzelne Schwachstellen, Lecks oder sogar Bauschäden verschlechert. Ein Beispiel sind sogenannte Wärmebrücken wie z.B. Heizkörpernischen oder Betondecken, durch welche die Wärme schneller entweicht als durch angrenzende Flächen. Solche Wärmebrücken zu erkennen und die entsprechenden Gebäudeteile einer gezielten, punktgenauen Sanierung zuzuführen, ist einer der wichtigsten Beiträge, die die Thermografie zur Sanierung eines Gebäudes liefern kann.
Für die Anfertigung von Wärmebildern kommt eine sogenannte Thermografiekamera zum Einsatz. Wie bei einer gewöhnlichen Kamera werden die Gebäudeteile dabei einfach aus kurzer Distanz abfotografiert. Um aussagekräftige Aussagen zu erhalten, sind einige Vorbereitungen, auch seitens des Hausbesitzers, notwendig.So sollte der Hausbesitzer alle Räume auf über 20 Grad durchheizen. Zudem sollten mindestens 10 Grad Temperaturunterschied (innen/außen) vorliegen, damit der zu untersuchende Wärmefluß überhaupt auftritt. Die Durchführung der Thermografie empfiehlt sich daher vor allem für das Winterhalbjahr.
Die Aufnahmen der Thermografiekamera liegen zunächst in einem Grauspektrum vor. Da in diesen Echtfarben der Energiefluß aber kaum intuitiv nachvollzogen werden kann, wird das eigentliche Thermogramm mittels einer sogenannten Falschfarbenpalette konvertiert, welche das menschliche
Empfinden für Farbtöne aufgreift: die wärmsten Stellen werden dabei rot bis weiß eingefärbt, die kältesten Punkte erhalten eine blaue Farbe.
Auch wenn sich das Wärmebild auf diese Weise auch von einem Laien schon „ganz gut“ deuten lässt, so sollten die angefertigen Bilder im nächsten Step von einem Fachmann professionell ausgewertet werden. Moderne Thermografiekameras, wie wir sie einsetzen, sind hochauflösend und bieten gestochen scharfe Bilder – sie sind also in keinster Weise zu vergleichen mit den Infrarot-Aufnahmen, wie man sie seit den 70er Jahren kennt. Darüberhinaus können Thermografiekameras heute mit Features wie z.B. 360-Grad Panoramaansichten oder Zeitfolgen bis zu 50 Bilder je Sekunde aufwarten. Es können Temperaturen von –40 Grad bis 1.500 Grad erfasst werden. Dabei werden Auflösungen, also Temparaturabstufungen von bis zu 0,08 Kelvin unterschieden.
- Sanierung mit Thermografie
- Aufdecken von Energieverlusten und Feuchtigkeitsschäden










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